Wasser
Das Wetter ist bescheiden, alles grau in grau, nass, kalt – einfach bäh.
Dazu fallen mir keine Motive ein, da blockiert mein Hirn.
Wasser und Spiegelungen hatte ich vor vielen Jahren immer wieder als Thema aufgegriffen. Da könnte ich doch mal mit der alten Nahlinse probieren, ob ich nahe genug herankomme um Wassertropfen einzufangen.
Wie könnte das gehen?
Ab in die Küche und am Hahn so lange rumgefummelt, bis er schön regelmäßgig im Takt tropfte. Als Licht erstmal einen Blitz von links. Fürchterlich. Die Chromspüle reflektiert unberechenbar.
Der Aufschlagpunkt ist auch viel zu tief um das Licht nur auf die Wasseroberfläche und den Tropfen darüber zu begrenzen.
Es folgen diverse Versuche mit Gläsern, Tassen und verschiedenen Unterbauten, aber die Tropfen separieren nicht ausreichend vor dem Hintergrund. Vielleicht noch einen Blitz dazu, oder einen Reflektor? Nee, nee. Das ist Murks. Bei der ganzen Konzentration auf den Tropfen habe ich den Hintergrund völlig vernachlässigt.
Irgendwas dunkles muss her. Die schwarze Holzkiste in der der teure Rotwein war, passt gerade hinter die Spüle.
Viel besser.
Schwarz, schwarz, schwarz. Jetzt noch was schwarzes als Untergrund. Die großen Kaffeebecher sind zu kein im Durchmesser.
Die Wellen bilden sich nach dem Aufschlag des Tropfens nicht so schön.
Ha! Die Auflaufform ist schwarz emailliert und passt genau in die Spüle.
Jetzt noch das Licht schön abschirmen und flach über die Wasseroberfläche direkt auf den Tropfen jagen.
Nach zwei Stunden herumprobieren wurden die Bilder langsam brauchbar.